Florenz – Kuriositäten – “Siamo alle porte coi sassi„ “Wir stehen mit Steinen vor dem Tor”

Porta di FirenzeDies ist einer der antiken florentiner Ausdrücke. Er bedeutet: “wir haben es beinahe geschafft” oder “es ist nicht mehr viel Zeit”.

Aber woher stammt dieser seltsame, typisch florentiner Ausdruck?

Eine Erklärung findet man im Mittelalter, als es noch keine öffentlichen Uhren gab. Der Rhythmus des Tagesablaufes wurde vom Glockenschlag des Kirchturmes bestimmt, der vor Sonnenuntergang das Schließen der Stadttore ankündigte. Wer wegen geschäftlichen Angelegenheiten in die Stadt gekommen war, mußte sich beeilen, um nicht ungewollt in der Stadt festgehalten zu werden. Wer sich in der nächsten umgebung von Florenz befand, wußte, daß er dem Pferd die Sporen geben mußte, um nicht bis zum nächsten Morgen vor geschlossenen Stadttoren warten zu müssen. Was taten die notorischen Nachzügler – in zu jener Zeit nie fehlten – wenn sie von weitem sahen, wie die Wache die großen antiken Holztore schloß? Sie nahmen einen großen Stein in die Hand und warfen ihn gegen das Tor, um ihre Ankunft anzukündigen und die Wache so zu bitten, auf sie zu warten.

Dies ist die erste Erklärung für diese Redensart.

Die andere, allerdings wenig glaubhaftere, Version behauptet, daß die Wache die Tore mit großen Steinen blockierte und die Wachposten sowohl den ankommenden als auch den abreisenden Nachzüglern zurief: “Lauft. Wir stehen bereits mit den Steinen vor dem Tor”, um ihnen anzukündigen, daß die großen Felsblöcke vor den Stadttoren gerollt wurden.

Wie wußte man zu jener Zeit, wie spät es war? In Florenz galt die “hora italica”, die nach der Bewegung der Schatten auf der Sonnenuhr bestimmt wurde. Der neue Tag begann nach dem Sonnenuntergang und dauerte bis zum folgenden Sonnenuntergang. Die 24 Stunden entsprachen dem abendlichen Ave Maria. Mit Dunkelwerden zählte man ein (die sog. Nachtstunde), zwei, drei Uhr usw.

Die moderne Zeitbestimmung, auf “französische Art” wurde in Florenz erst im Jahre 1750 eingeführt. Auch die Domuhr von Paolo Uccello folgt dem antiken Kriterum der “hora italica”.

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