Massa Marittima: Quelle des Überflusses

Fonte dell'Abbondanza

Auf einer Wand der öffentlichen Quelle, die kürzlich restauriert wurde, ist ein ebenso originelles Fresko zum alten Glanz zurückgekehrt. Es handelt sich um einen Baum mit seinen Früchten. Bis hier hin nichts Außergewöhnliches, werden Sie sagen. Es ist gut bekannt, dass die Volksphantasie immer ihren Launen freien Lauf gelassen hat und von den Bäumen die fremdartigsten oder oft nur symbolische Früchte hat hängen lassen, wie zum Beispiel Geld oder Menschen oder Tiere. Fonte dell'Abbontanza dettaglio 1

Aber die Früchte, die vom dargestellten Baum in Massa Marittima hängen, sind sicherlich einzigartig, auf jeden Fall originell und unbekannt, jedenfalls hier in der Toskana. Die Zisterne von Massa Marittima, die auf das Jahr 1265 zurückgeht (wie die Inschrift bestätigt), wurde mit diesem Fresko kostbarer gemacht, das mit der Zeit fast ganz verschwunden war, vor allem aufgrund des Kalks. Aber mit der Restaurierung und der Reinigung des Fresko ist dieses im alten Glanz wieder aufgetaucht, mit Erstaunen derselben Restaurateuren… Hier also das Erscheinen eines majestätischen Baumes mit langen Wurzeln, die sich bis zum Giebel des Gewölbes erheben, mit vielen Ästen und sehr vielen Blättern. Und zwischen den Ästen und Blättern hängen in großer Anzahl männliche Geschlechtsorgane! Verschieden große Phallen mit verschiedenen Inklinationen, aber alle in Erektion! Die Szene wird noch ränkevoller wenn man beim genaueren Hinschauen entdeckt, dass die Figuren, die sich im Schatten des Baumes bewegen Frauen in Kontemplation sind… Frauen, die sich in die Haare geraten, um in den Besitz eines Phallus zu kommen, Frauen, die mit einem Stock versuchen, ein paar auf den Boden fallen zu lassen, und ringsherum um diese Szene das Kreisen großer Vögel, vielleicht Raben.

Fonte dell'Abbontanza dettaglio 2Für uns Laien ist es schwer die Bedeutung dieses Bildes zu entziffern. Einige sind der Meinung, dass es ein versöhnendes Bild ist, das uns zu dieser Gleichung führt: Wasserquelle = Quelle des Lebens. Andere hingegen sehen in diesem Fresko einfach nur „die Darstellung einer der elementaren menschlichen Fundamente des Lebens“. Wenn man dieses Fresko anschaut, ist eines sicher. Im XIII. Jahrhundert waren die Sitten sicher liberaler als in den darauffolgenden Jahrhunderten! Tatsächlich ist das Gemälde nicht an einem privaten Ort und noch weniger an einer Stelle gelegen, wo man mit Sex handelte, sondern auf einem öffentlichen Brunnen, zu jener Epoche ein Ort von großer Bedeutung und freiem Zutritt für alle. Aber diese deutlichen Darstellungen haben offensichtlich die Missbilligung der nachfolgenden Generationen hervorgerufen und man hatte das Bedürfnis auf jede mögliche Weise diese skandalösen Bilder zu verstecken. So wurde ein Phallus nach dem anderen mit einem schönen weißen Pinselstrich überdeckt und hier blühen anstelle der Phallen, die angemesseneren Beeren in roter Farbe. Sogar der von den zwei Frauen umstrittene Phallus wurde in einem Eimer versenkt, so dass sich der Betrachter fragt, um welch mysteriöse Frucht sich die beiden Frauen streiten…

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