Kuriositäten – Der Geflügelhändler, der das Eis erfand

Foto 5b toscanaRuggeri, von Beruf Geflügelhändler aber Hobbykoch in seiner Freizeit, war ein unerwarteter Konkurrent und auf jeden Fall wurde er von allen anderen Teilnehmern ignoriert, die am vom Hof der Mediceer ausgerufenen Wettbewerb, der den besten Köchen der Toskana geöffnet war und als Thema „das einzigartigste Gericht, das man bisher kannte“, teilnahmen. Ruggeri fragte schüchtern und mit Verlegenheit, da er kein professioneller Koch war, ob er bei diesem einzigartigen Wettbewerb mitmachen dürfe. Er hatte da schon eine klare Idee: eine Eisnachspeise aus fast vergessenen Rezepten und ein kleines bißchen von seiner Phantasie. Ja und er bekam die Teilnahmeerlaubnis für den Wettbewerb und mit seinem „Sorbetto“ überzeugte er die Preisrichter, ließ die Konkurrenz hinter sich und gewann! Die Preisrichter bestätigten: „Wir haben niemals so eine vorzügliche Süßspeise gegessen!“ So wurde der Geflügelhändler Ruggeri in der ganzen Region berühmt und war überall gefragt. Caterina de‘ Medici, die nach Frankreich abreisen musste um Heinrich, den Herzog von Orléans und zukünftigen König von Frankreich zu heiraten, wünschte sich außer den Köchen und Konditormeistern „den einzigen Italiener – so sagte sie – der im Stande ist die Franzosen zu demütigen, wenigstens in der Küche!“ mitzunehmen. Ruggeri, der in der Zwischenzeit von allen Persönlichkeiten, die zu jener Epoche berühmt waren, gefragt war um die Mahlzeiten zu erstellen, wurde sprichwörtlich von den Soldaten „abgeführt“ und auf das Schiff gebracht, dass nach Frankreich abfuhr. In Marseille, während dem Hochzeitsbankett von Caterina, ließ er die Franzosen sein Eis kennen lernen, das Rezept von „gesüßtem Wassereis und parfümiert“. Es war das Jahr 1533 und er bekam den Befehl seiner ganzen Phantasie freien Lauf zu lassen, so dass er die Gäste der königlichen Bankette überraschen konnte. So begann Ruggeri, ein Bankett nach dem anderen mit seinem Rezept – noch war es geheim – dem Eis besondere Formen zu geben und richtige Miniaturmonumente zu kreieren. Caterina de‘ Medici lehnte jedes noch so kostbare  Geschenk und unglaubliche Geldsummen ab, um sich den guten Ruggeri schön bei sich zu behalten, aber für den armen kleinen, mittlerweile ehemaligen Geflügelhändler, wurde die Berühmtheit und sein Ruf zur Hölle! Er wurde von allen Köchen der Hauptstadt gehasst, auf jede Art und Weise boykottiert und eines Abends wurde er sogar angegriffen, beraubt und geschlagen! Erschreckt darüber entschloss er sich so das geheime Rezept seiner Erfindung in einen Umschlag zu stecken und ließ es Caterina zukommen, mit dem Zusatz einer Abschiedsnachricht, die so lautete: „mit Ihrer Erlaubnis kehre ich zu meinen Hühnern zurück, in der Hoffnung dass die Leute mich endlich in Ruhe lassen und mich vergessen, und sich damit zufrieden geben, sich mein Eis schmecken zu lassen“. So waren es die Köche und Konditormeister des Gefolges von Caterina de‘ Medici, die das Glück hatten das Eis auf der ganzen Welt zu verbreiten. Für Ruggeri waren die Berühmtheit und der Neid anderer unerträglich, da waren seine Hühner nun wirklich besser…

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